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Melatonin und Depression

Die depressive Erkrankung und die bipolare
(‚manisch-depressive’) Erkrankung zählen mit einer Lebenszeitprävalenz von bis zu 17% zu den häufigsten Erkrankungen im psychiatrischen Fachgebiet. Sie sind durch eine multifaktorielle Ätiologie charakterisiert, wobei in Zwillingsstudien mit 40-87% ein hoher Anteil genetischer Faktoren festgestellt wurde.

In Tiermodellen und biochemisch-pharmakologischen Untersuchungen wurden erst kürzlich Hinweise auf eine Schlüsselrolle des Melatonin-Systems bei der Entstehung bzw. Ausprägung von affektiven Erkrankungen gefunden. In diesem Projekt soll daher der Fragestellung nach der Rolle genetischer Varianten des Melatonin-Systems bei der Entstehung affektiver Erkrankungen sowie der Vermittlung des Ansprechens auf eine antidepressive Pharmakotherapie nachgegangen werden.

Die Untersuchungen können wesentlich zum besseren Verständnis der Pathogenese, Ausprägung und pharmakologischen Beeinflussbarkeit der genannten Erkrankungen beitragen und möglicherweise über die Definierung individueller genetischer Risikokonstellationen wegweisend für eine individualisierte Pharmakotherapie werden.

Zwischenbericht

Wir konnten bereits die genomische Organisation von relevanten Kandidatengenen des Melatonin Systems, d. h. die Exon-Intron-Strukturen, bekannte‚ splice sites und die Promotorregionen über in-silico Analysen identifizieren.

Weiterhin ist die Genotypisierung unseres Kollektivs von Patienten mit affektiven Störungen für den Melatonin Rezeptor 1A (MTNR1A) abgeschlossen, so dass wir uns nun der Genotypisierung der Patienten für relevante Polymorphismen im Melatonin Rezeptor 2 (MTNR1B) zuwenden werden. Nach Fertigstellung werden wir eine erste Zwischenauswertung vornehmen und hoffen, hierbei einen Zusammenhang zwischen Melatonin-Rezeptor-Polymorphismen und Depression bzw. insbesondere der Vermittlung von Angst und Schlafqualität bei Depression identifizieren zu können.

Mit freundlichen Grüßen und nochmals herzlichem Dank für die Unterstützung durch die Rolf-Dierichs-Stiftung,

Katharina Domschke

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