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Hybrid-Modelle zur Verbesserung
der Lehre der Herzauskultation


Seit Generationen von Ärzten ist die Auskultation mit dem Stethoskop eine effektive und kostengünstige Methode, um den Gesundheitsstatus von Patienten einzuschätzen. Dabei wird aber in der Literatur immer wieder ein starker Schwund der auskultatorischen Fähigkeiten des Gesundheitspersonals, insbesondere aber auch der Ärzte, beklagt (Mangione & Nieman, 1997). Im Rahmen der aktuellen Forschung auf diesem Gebiet lässt sich zumindest konstatieren, dass die absolute Fähigkeit von Ärzten in der Herzauskultation als erstaunlich gering einzuschätzen ist (March, Bedynek, & Chizner, 2005).

Des Weiteren ist bekannt, dass die Fähigkeiten in der Herzauskultation in der Weiterbildung nicht weiter zunehmen (Marcus, et al., 2006). Somit kommt den medizinischen Fakultäten in der Ausbildung der Auskultation eine sehr wichtige Rolle zu.
Nichtsdestotrotz gibt es wenige innovative Ansätze in der Lehre der Auskultation. Seit der Einführung von Auskultationspuppen in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts lässt sich einzig eine Verschiebung in der medialen Darbietung der Auskultationsbefunde (Kassette, Schallplatte > digitalen Varianten) feststellen (Stern, Mangrulkar, Gruppen, Lang, Grum, & Judge, 2001).

Auch die Ausbildung bezüglich der kommunikativen Fähigkeiten von Medizinstudierenden ist seit langem der Kritik ausgesetzt. Dies hat vielerorts zum Einsatz von Simulationspatienten (SP) geführt, die ne­ben einer verbesserten Praktikabilität ei­nen Qualitätsgewinn in der Lehre erbracht haben, da sie das Erlernen klinischer Fer­tigkeiten fördern [Barrows, 1993].

Nach ebenfalls sehr guten Erfahrungen mit dem Einsatz von Simulationspatienten in der medizinischen Ausbildung, wurde im Studienhospital Münster® ein neuer Ansatz in der Lehre der Auskultation erprobt. Dafür wurden Simulationspatienten probeweise mit der Hard- und Software von Auskultationspuppen ausgestattet und in eine sonst nur mit Auskultationspuppen durchgeführten Lehreinheit in der Vorklinik integriert.

Dies zeigte äußerst positive Effekte:
  1. die Aufmerksamkeit der Studierenden in der Unterrichtseinheit mit den Schauspielern war deutlich höher als mit den herkömmlichen Auskultationsmodellen
  2. Die Auskultation wurde nicht mehr künstlich von der Kommunikation mit den Patienten separiert
  3. notwendige Interaktionen und Aktionen der Patienten (z.B. Linksseitenlage, Auskultation im Sitzen) fanden eine deutlich stärkere Resonanz bei den Studierenden

Somit liegt es nahe, dieses neue Unterrichtsmodell in die Lehre der Ärztlichen Fertigkeiten im klinischen Studienabschnitt zu integrieren. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  1. Die simulierten Auskultationsbefunde (z.B. Aortenstenose, Mitralinsuffizienz, 3. Herzton) können inhalt­lich flexibel an den Bedarf des jewei­ligen Fachs und seine Lernziele ange­passt werden.
  2. SP können wiederholt im Unterricht zum Einsatz kommen und geschult werden, den Studierenden Feedback zu geben

In dem geplanten Lehrprojekt sollen die auf diese besondere Weise präparierten Simulationspatienten im Kurs Medical Skills Lab im 1. klinischen Semester eingesetzt werden. Dieser Einsatz soll wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden.



Barrows HS (1993) An overview of the uses of stan­dardized patients for teaching and evaluating cli­nical skills. Acad Med 68: 443–451
Barrows HS, Abrahamson S (1964) The program­med patient: a technique for appraising student performance in clinical neurology. J Med Educ 39: 8022–8805
Mangione, S., & Nieman, L. (1997). Cardiac auscultatory skills of internal medicine and family practice trainees. A comparison of diagnostic proficiency. JAMA : the journal of the American Medical Association , 278 (9), 717-22.
March, S., Bedynek, J., & Chizner, M. (2005). Teaching cardiac auscultation: effectiveness of a patient-centered teaching conference on improving cardiac auscultatory skills. Mayo Clinic proceedings Mayo Clinic , 80 (11), 1443-8.
Marcus, G., Marcus, G., Vessey, J., Jordan, M., Huddleston, M., McKeown, B., et al. (2006). Relationship between accurate auscultation of a clinically useful third heart sound and level of experience. Archives of internal medicine , 166 (6), 617-22.
Stern, D., Mangrulkar, R., Gruppen, L., Lang, A., Grum, C., & Judge, R. (2001). Using a multimedia tool to improve cardiac auscultation knowledge and

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